Hongkongs Einzelhandel startete schwächer ins Jahr: Insbesondere das Luxussegment verzeichnete einen deutlichen Rückgang. Die Umsätze mit Schmuck, Uhren, Uhrenwerken und hochwertigen Geschenken lagen im Januar rund 18% unter dem Vorjahreswert und fielen auch gegenüber dem Vormonat zurück. Der gesamte Einzelhandel schrumpfte um einige Prozentpunkte, was die Verlangsamung der Konsumnachfrage in der Metropole widerspiegelt.
Für die Schmuck- und Uhrenkategorie ist Hongkong traditionell ein Schaufenster für internationale Nachfrage, das stark vom Tourismus – vor allem aus dem chinesischen Festland – lebt. Veränderungen in den Besucherströmen und im Ausgabeverhalten schlagen deshalb zeitnah auf die Monatsstatistik durch.
Ursachen: Kalendereffekt, Basiseffekte und Reiseverhalten
Wesentliche Treiber des Januar-Dämpfers lassen sich klar benennen:
- Verschiebung des Neujahrsfests: Die frühere Lage des Lunar New Year im Vergleich zum Vorjahr hat Teile der Festkäufe in den Dezember verlagert. Dadurch wirkt der Januar statistisch schwächer.
- Hohe Vergleichsbasis: Im Vorjahresmonat profitierte Hongkong noch vom Wiederanlauf des Tourismus nach Pandemie-bedingten Restriktionen. Dieser Basiseffekt verstärkt den relativen Rückgang.
- Geändertes Konsumverhalten: Ein Teil der Bewohner gibt wieder vermehrt im Ausland aus. Gleichzeitig orientieren sich Besucher und Einheimische in ihrer Kaufentscheidung stärker an Preis-Leistungs-Aspekten und kuratierten Einkaufserlebnissen.
Kurzfristig dürften diese Faktoren die Volatilität im Luxussegment hoch halten. Mittel- bis langfristig setzt die Regierung jedoch auf Maßnahmen zur Stärkung der Binnennachfrage, Tourismusförderung und positive Arbeitsmarkteffekte, die den Sektor stützen können.
Einordnung für die Diamant- und Schmuckbranche
Für die Branche ist der Rückgang kein isoliertes Phänomen, sondern Ausdruck einer Marktphase, in der Timing, Sortimentskompetenz und Transparenz an Bedeutung gewinnen:
- Nachfrageverschiebungen: Kalender- und Reiseeffekte ändern den Takt der Käufe, ohne die grundsätzliche Wertschätzung für hochwertige Schmuckstücke infrage zu stellen. Für Anbieter heißt das: Bestände agil steuern, Bestseller verfügbar halten, Besonderes kuratieren.
- Preisgefüge differenziert sich: Bei natürlichen Diamanten bleibt die Preisspanne je nach Qualität (Cut, Color, Clarity, Carat) erheblich. Ein Einkaräter mittlerer Qualität liegt weiterhin in einer Größenordnung von etwa 3.000 Euro, Spitzensteine notieren deutlich höher. Parallel etabliert sich ein eigenständiger Preisanker für synthetische Diamanten – relevant für preisbewusste Käufer, aber mit anderen Werttreibern im Wiederverkauf.
- Vertrauensfaktoren zählen: In Phasen verhaltener Stimmung achten Kundinnen und Kunden stärker auf Zertifizierungen, nachvollziehbare Herkunft und fachkundige Beratung. Direkter Zugang zu geprüften Steinen und Dialog mit Gutachtern wird zum entscheidenden Mehrwert.
Ausblick und Empfehlungen für Käufer und Händler
Für private Käuferinnen und Käufer eröffnen ruhigere Monate Chancen: Die Auswahl ist oft größer, die Beratung intensiver, und die Entscheidung lässt sich besonnen treffen. Achten Sie auf:
- unabhängige Zertifikate (z. B. GIA/HRD),
- eine klare Einordnung der 4C im Verhältnis zu Ihrem Budget,
- transparente Preisvergleiche zwischen natürlichen und synthetischen Optionen.
Für Händler und professionelle Einkäufer stehen Sourcing-Exzellenz und Geschwindigkeit im Fokus. Direkter Zugang zu einem breiten Primärangebot – etwa über die Diamantbörse – erhöht die Flexibilität, individuelle Kundenwünsche just-in-time zu erfüllen und Margen zu sichern.
Als spezialisierter Partner verbinden wir diskrete, kostenfreie Beratung durch Diamantgutachter mit direktem Zugriff auf über 1,5 Millionen Diamanten im Börsenhandel. Das ermöglicht Ihnen, Qualität, Zertifizierung und Preisstruktur präzise abzuwägen – ob für den Verlobungsring, das maßgefertigte Schmuckstück oder die gezielte Lagerergänzung im Handel. In einem Markt, der sich kurzfristig bewegt, schafft diese Transparenz langfristige Sicherheit.
