Diamant Fluoreszenz:
Gut oder schlecht?

Das blaue Leuchten – und was es für den Diamanten bedeutet.

Ist Fluoreszenz bei Diamanten gut oder schlecht?

Fluoreszenz bei Diamanten ist weder automatisch gut noch schlecht. Sie beschreibt, ob ein Diamant unter UV-Licht reagiert – meistens mit einem bläulichen Leuchten. Gemmologisch ist Fluoreszenz kein klassisches Qualitätsmerkmal wie Farbe, Reinheit, Schliff oder Karat, sondern vor allem ein zusätzliches Identifikationsmerkmal. Sie hilft dabei, einen Diamanten genauer zu beschreiben und ihn seinem Zertifikat zuzuordnen.

Diamant Fluoreszenz gut oder schlecht
Fluoreszenz blaues Leuchten UV Licht

Das blaue Leuchten

Für Liebhaber etwas Besonderes.

Wir mögen Fluoreszenz

Sie ist selten, faszinierend und war früher unter Begriffen wie „Blauweiß“ sogar teurer und besonders geschätzt. Nur ca. 25-35% der natürlichen Diamanten fluoreszieren. Genau dieses besondere blaue Leuchten greifen wir auch in unserer eigenen Schmuckmarke Lichtberg auf.

Gleichzeitig berücksichtigen wir die heutige Marktmeinung

Weil sich das Gerücht hält, Fluoreszenz könne Diamanten grundsätzlich milchig erscheinen lassen, werden fluoreszierende Diamanten am Markt teilweise niedriger bewertet – obwohl GIA diese pauschale Annahme nicht bestätigt. Für eine bessere Vergleichbarkeit und im Hinblick auf Werterhalt empfehlen wir daher auch Diamanten ohne oder mit nur geringer Fluoreszenz. 

Was sagt GIA zur Fluoreszenz?

Das Gemological Institute of America beschreibt Fluoreszenz als sichtbares Licht, das ein Diamant unter UV-Strahlung abgeben kann. Nach Angaben von GIA zeigen etwa 25 bis 35 Prozent der eingereichten Diamanten eine gewisse Fluoreszenz. In mehr als 95 Prozent dieser Fälle ist die sichtbare Farbe blau.

Wichtig ist: GIA kommt zu dem Ergebnis, dass Fluoreszenz bei der überwältigenden Mehrheit der Diamanten keinen allgemein wahrnehmbaren Einfluss auf das Erscheinungsbild hat. In seltenen Fällen können Diamanten mit extrem starker Fluoreszenz anders wirken – die pauschale Aussage „Fluoreszenz macht Diamanten milchig“ ist jedoch nicht richtig.

Diamanten bewerten fairer Preis

Warum beeinflusst Fluoreszenz trotzdem den Preis?

Obwohl Fluoreszenz gemmologisch kein Qualitätsmangel ist, kann sie den Marktpreis beeinflussen. Der Grund liegt weniger im Diamanten selbst, sondern in der herrschenden Marktmeinung. Viele Händler und Käufer bevorzugen bei sehr weißen Diamanten Angaben wie „None“ oder „Faint“, weil sie einfacher vergleichbar und leichter handelbar sind.

Das bedeutet: Ein Diamant mit Fluoreszenz kann optisch hervorragend sein und dennoch günstiger angeboten werden. Für Käufer kann das ein Vorteil sein. Für eine möglichst einfache Vergleichbarkeit, einen späteren Wiederverkauf oder eine konservative Bewertung empfehlen wir jedoch häufig Diamanten ohne oder mit nur schwacher Fluoreszenz.

Fluoreszenz bei Diamanten auf einen Blick

  • Was ist Fluoreszenz? Das sichtbare Leuchten eines Diamanten unter UV-Licht.
  • Welche Farbe hat Fluoreszenz? In den meisten Fällen blau.
  • Ist Fluoreszenz ein Qualitätsmerkmal? Nein. Sie ist vor allem ein Identifikationsmerkmal.
  • Ist Fluoreszenz schädlich? Nein. Sie schwächt den Diamanten nicht.
  • Beeinflusst Fluoreszenz den Preis? Ja, vor allem durch die heutige Marktmeinung sind sie etwas preiswerter.
  • Kann Fluoreszenz schön sein? Ja. Besonders das blaue Leuchten macht fluoreszierende Diamanten interessant.

Warum wir Fluoreszenz mögen: Lichtberg

Bei Diamant Agentur sehen wir Fluoreszenz nicht nur technisch, sondern zeigen unsere emotional Seite. Das blaue Leuchten unter UV-Licht macht den Diamanten geheimnisvoller und individueller. Genau deshalb passt Fluoreszenz zu unserer eigenen Schmuckmarke Lichtberg: ein Diamant, der im Alltag klassisch wirkt und unter besonderem Licht eine zweite, verborgene Seite zeigt.

Früher wurden solche Diamanten teilweise als „blauweiß“ besonders geschätzt. Heute ist die Marktmeinung vorsichtiger. Wir trennen deshalb bewusst zwischen persönlicher Faszination und objektiver Vergleichbarkeit: Wer Fluoreszenz liebt, bekommt einen seltenen Effekt. Wer maximale Marktneutralität sucht, wählt besser einen Diamanten ohne oder mit nur geringer Fluoreszenz.

Lichtberg – Blauweiss

Unsere Kollektion mit Fluoreszenz!

Mythen über Diamant Fluoreszenz

Über Fluoreszenz bei Diamanten gibt es viele Missverständnisse. Einige davon halten sich hartnäckig, obwohl Fluoreszenz zunächst nur beschreibt, ob ein Diamant unter UV-Licht sichtbar reagiert.

Mythos 1: Alle Diamanten fluoreszieren.

Falsch. Die Mehrheit der Diamanten zeigt keine sichtbare Fluoreszenz. Nach Angaben des GIA zeigen nur etwa 25 bis 35 Prozent der untersuchten Diamanten eine gewisse Fluoreszenz unter einer standardisierten langwelligen UV-Lampe.

Mythos 2: Fluoreszenz sieht man immer.

Falsch. Fluoreszenz wird nur unter UV-Licht oder bestimmten energiereichen Lichtquellen sichtbar. Im normalen Innenraumlicht ist sie meist nicht zu erkennen. Entfernt man die UV-Lichtquelle, endet auch das Leuchten.

Mythos 3: Fluoreszenz erkennt man sofort mit bloßem Auge.

Nicht unbedingt. Ob Fluoreszenz sichtbar ist, hängt von der Lichtquelle, der Stärke der Fluoreszenz und den Betrachtungsbedingungen ab. Deshalb wird sie im Labor unter kontrollierten Bedingungen geprüft und im Zertifikat beschrieben.

Mythos 4: Fluoreszenz verändert automatisch die Farbgraduierung.

Nein. Die Farbbewertung eines Diamanten erfolgt im Labor unter kontrollierten Bedingungen. Fluoreszenz kann jedoch beeinflussen, wie ein Diamant in bestimmten Lichtsituationen wahrgenommen wird. Bei leicht wärmeren Farbtönen kann blaue Fluoreszenz den Stein optisch sogar etwas heller wirken lassen.

Mythos 5: Fluoreszenz ist ein Qualitätsmerkmal wie Farbe, Reinheit oder Schliff.

Nein. Fluoreszenz gehört nicht zu den 4C und ist kein klassisches Qualitätsmerkmal. Sie ist vor allem ein zusätzliches Identifikationsmerkmal, das hilft, einen Diamanten genauer zu beschreiben und von anderen Diamanten zu unterscheiden.

Mythos 6: Diamanten fluoreszieren nur blau.

Falsch. Blau ist zwar mit Abstand die häufigste Fluoreszenzfarbe, aber Diamanten können auch andere Fluoreszenzfarben zeigen, zum Beispiel gelblich, orange, grünlich, weiß oder rötlich.

Mythos 7: Starke blaue Fluoreszenz ist grundsätzlich schlecht.

Nicht pauschal. Starke blaue Fluoreszenz ist nicht automatisch negativ. Entscheidend ist der konkrete Diamant. Bei manchen Steinen kann blaue Fluoreszenz sogar die wahrgenommene Farbe verbessern, besonders bei leicht wärmeren Farbgraden.

Mythos 8: Fluoreszenz nimmt dem Diamanten Brillanz und Schönheit.

In der Regel nein. Die Brillanz eines Diamanten hängt vor allem vom Schliff, den Proportionen und der Verarbeitung ab. Fluoreszenz allein entscheidet nicht darüber, ob ein Diamant schön funkelt.

Mythos 9: Fluoreszenz beweist, dass ein Diamant natürlich ist.

Nein. Fluoreszenz ist kein Echtheitstest. Nicht alle natürlichen Diamanten fluoreszieren (👉UV, langwellig), und auch synthetische Diamanten (👉UV,kurzwellig) oder Imitationen können Fluoreszenz zeigen. Für die sichere Bestimmung braucht es eine gemmologische Prüfung.

Mythos 10: Fluoreszenz macht einen Diamanten weniger haltbar.

Nein. Fluoreszenz schwächt den Diamanten nicht. Ein fluoreszierender Diamant besitzt grundsätzlich dieselbe strukturelle Widerstandsfähigkeit wie ein Diamant ohne sichtbare Fluoreszenz.

Mythos 11: Fluoreszenz hat immer denselben Einfluss auf den Wert.

Nein. Der Einfluss auf den Preis ist nicht einheitlich. Bei sehr weißen Diamanten bevorzugt der Markt häufig „None“ oder „Faint“, weil diese Steine leichter vergleichbar sind. Bei leicht wärmeren Diamanten kann blaue Fluoreszenz dagegen interessant sein, wenn der Stein dadurch optisch heller wirkt. Entscheidend bleibt immer der konkrete Diamant und sein Eindruck im Licht.

Quelle: Frei zusammengefasst nach GIA, Fact Checking Diamond Fluorescence: 11 Myths Dispelled .

Wie wir Fluoreszenz beim Diamantenkauf einordnen

Fluoreszenz ist nicht automatisch gut oder schlecht. Entscheidend ist immer der einzelne Diamant. Deshalb prüfen wir für unsere Kunden nicht nur das Zertifikat, sondern den Stein selbst – mit Blick auf Optik, Vergleichbarkeit und Marktmeinung.

Standardfall

D–H mit None oder Faint

Unsere Einordnung

Bei weissen Diamanten ist keine oder nur schwache Fluoreszenz meist die einfachste, weil vergleichbarste Wahl. Für viele Käufer ist das der klassische und sichere Standard.

Unsere Empfehlung

Eine sehr gute Wahl, wenn der Diamant auch bei Schliff, Reinheit, Proportionen und Gesamteindruck überzeugt.

Genauer hinsehen

D–H mit Strong Blue

Unsere Einordnung

Starke blaue Fluoreszenz ist nicht automatisch ein Problem. In diesem Bereich schauen wir aber genauer hin, weil der Markt hier sensibler reagiert und wir auf unsere Kunden aufpassen.

Unsere Empfehlung

In der Lichtberg Kollektion ein Traum! Früher nicht nur selten, sondern gesucht und teuer. Heute preiswerter am Markt, weil schwieriger zu handeln.

Interessante Kombination

I–K mit Medium oder Strong Blue

Unsere Einordnung

Bei etwas wärmeren Farbgraden kann blaue Fluoreszenz interessant sein, weil sie den Diamanten optisch etwas heller wirken lassen kann. Solche Steine sollte man nicht vorschnell ausschließen.

Unsere Empfehlung

Wenn der Stein schön wirkt, kann diese Kombination sehr spannend sein. Wichtig ist immer der tatsächliche optische Eindruck des einzelnen Diamanten.

Unsere Prüfung

Very Strong oder unklare Fälle

Unsere Einordnung

Wir verlassen uns nicht nur auf Daten im Zertifikat, sondern beurteilen jeden Stein individuell, sprechen mit den Händlern, klären den optischen Eindruck und garantieren Ihnen die beste Qualität.

Der Diamantgutachter achtet für Sie mit

Wir passen darauf auf, dass Sie keinen Diamanten wählen, der nur auf dem Papier gut aussieht. Der entscheidende Maßstab ist immer: Wie wirkt der Stein wirklich – und passt er langfristig zu Qualität, Preis und Zweck?

📌 Unsere Erfahrung mit Fluoreszenz im Hinblick auf ein „milchig-trübes Erscheinungsbild“

Ein milchiger Eindruck wird oft pauschal der Fluoreszenz zugeschrieben. Fachlich ist das zu einfach. Fluoreszenz allein verursacht in der Regel keine Trübung. Sie kann jedoch eine bereits vorhandene Transparenzschwäche verstärken – zum Beispiel durch interne Wachstumsmerkmale, Clouds, Twinning Wisps, Strain oder Internal Graining (innere Maserung / Wachstumslinien, auch als Streifen oder Zonen). Wenn Sie diese Kommentare im GIA Zertifikat lesen in Verbindung mit Fluoreszenz, lohnt es sich nachzufragen. Fakt ist: Es gibt „milchig-trüb“ erscheinende Diamanten, die gar keine Fluoreszenz haben. Das hat mit inneren, strukturellen Defekten oder Merkmalen zu tun, weniger mit Fluoreszenz als solche. Tatsächlich deckt sich hier unsere Erfahrung mit der Meinung von GIA, die auf seltene Reinheitsmerkmale verweist. Beispielsweise kann auch eine ganze feine Wolke (Cloud, viele winzige Einschlüsse zu klein um sie auseinander zu halten), die Transparenz beeinflussen.

Milky Milchig Trüb ohne Fluoreszenz Cloud Wolke

Trüb und milchig

👉 ohne Fluoreszenz

Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst

  • Ca. 25-35% aller Diamanten leuchten unter UV-Licht blau 
  • Fluoreszenz ist für Diamanten nicht schädlich. Sie mindert weder die Stabilität noch die Haltbarkeit.
  • Bei farblosen Steinen (D-F) kann sie den Wert marktbedingt leicht senken, bei leicht gelblichen Steinen (I-K) kann sie die Optik sogar verbessern. Fun fact: Früher waren stark fluoreszierende Diamanten teuer und gesucht.
  • Wichtig: Aus gemmologischer Sicht ist Fluoreszenz bei Diamanten kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Identifikationsmerkmal

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick haben Sie nun gelesen.

Im folgenden Abschnitt beginnt der ausführliche Teil mit Hintergründen, Beispielen und weiterführenden Erklärungen.

BLAUES LEUCHTEN

Am einfachsten erklärt ist Diamant Fluoreszenz der Effekt von UV-Licht. Unter einer UV-Lampe leuchtet der Diamant dabei blau. Ca. 25-35% aller Diamanten haben Fluoreszenz in unterschiedlicher Intensität. Diese ist nicht schädlich, sondern vielmehr nur eine weitere Eigenschaft um den Diamanten zu beschreiben. Als solche ist die Diamant Fluoreszenz auf jedem Zertifikat auch festgehalten.

Diamant Fluoreszenz keine sehr stark

Diamant Fluoreszenz Ohrstecker

DIAMANT FLUORESZENZ IST SELTEN

Ähnlich wie bei der Diamant Farbe sind kleinste Veränderungen auf der atomaren Ebene verantwortlich für das Vorhandensein (oder auch die Verhinderung) von Fluoreszenz. Diese hat im Übrigen keinen Einfluss auf die Güte oder Stabilität des Diamanten. Während 95% der fluoreszierenden Diamanten blau leuchten, gibt es auch andere Farben.

Tatsächlich ist Fluoreszenz selten: Mittlere, starke und sehr starke Fluoreszenz zeigen gerade einmal ca. 2 bis 3,5 Prozent aller Diamanten.

FLUORESZENZ UND PREIS

Diamanten, die Fluoreszenz aufweisen, sind heute im Markt meist günstiger. Bei hohen Farben (D-G) kann der Preisunterschied sogar bis zu 15% betragen. Der Markt bewertet Fluoreszenz also negativ, was sich im Preis widerspiegelt.

Ein Grund dafür könnte die Angst vor so genannten „overblues“ sein. Dies sind Diamanten mit extrem starker blauer Fluoreszenz, die den Edelstein etwas trüb erscheinen lassen können. Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel dafür ist der 127 Karat schwere „Portugiesische Diamant“, der größte geschliffene Diamant der Smithsonian Collection.

GIA und Marktmeinung zu Fluoreszenz
GIA - Gemological Institute of America

GIA DENKT ANDERS

Aus gemmologischer Sicht kommen Studien des Gemological Institute of America (GIA) zu einer anderen Bewertung der Diamant Fluoreszenz: Die überwältigende Mehrheit der fluoreszierenden Diamanten haben keinen nachteiligen Einfluss auf das Erscheinungsbild des Edelsteines.

Im Gegenteil: In vielen Fällen haben die Probanden das Vorhandensein von Fluoreszenz begrüßt. Hat der Diamant nämlich etwas Farbe (gelblich / getönt), neutralisiert die bläuliche Fluoreszenz den gelblichen Grundton des Farbgrades und der Edelstein wirkt heller. Dies zeigt sich auch in den beiden wichtigsten Ergebnissen einer GIA Studie aus dem Jahr 1997:

DIE TATSACHEN

  1. Der (positive) Effekt von Fluoreszenz auf das Erscheinungsbild des Diamanten ist am deutlichsten in den niedrigeren Farbgraden I bis K zu beobachten. Gleichzeitig ist der (negative) Einfluss von Fluoreszenz auf den Preis am größten in den höheren Farbgraden.
  2. Das Vorkommen von „overblues“, welche den negativen Einfluss der Diamant Fluoreszenz auf den Marktpreis begründen, ist extrem selten. Nur ca. 0,2 % von allen fluoreszierenden Diamanten, die von GIA untersucht werden, weisen eine Trübung durch Fluoreszenz auf. Es sind sogar so wenige an der Zahl, dass es GIA nicht gelungen ist, für eine gesonderte Studie dieser Diamanten genügend Edelsteine zu finden (!).

Quelle zum Weiterlesen, GIA über die Frage: Ist Fluoreszenz gut oder schlecht?

Diamant schleifen Schmuckherstellung

FRÜHER WAR ALLES BESSER

Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die feinsten, farblosen und transparentesten Diamanten als „Blauweiß“ (Blue White) bezeichnet. Der Begriff zielt auf einen bläulichen, durch Diamant Fluoreszenz bedingten Farbstich ab. Damals galt das bläuliche Leuchten als zusätzliches Funkeln und Qualitätsmerkmal. Der aufwertende Effekt von Fluoreszenz auf den Farbgrad des Edelsteines war schon bekannt.

Im Zuge der Standardisierung der amerikanischen Bundeshandelskommission wurde der Begriff allerdings für irreführend erklärt und ausschließlich für blaue Diamanten reserviert. Hinzu kommt, dass im Zuge der Vereinheitlichung der Graduierungs- und Bewertungssysteme für Diamanten die Fluoreszenz aufgrund ihres aufwertenden optischen Effektes als störend empfunden wurde. Anfangs gab es noch keine normierten Graduierungslampen mit UV-Filtern, sodass ein Diamant je nach Beleuchtung anders gewertet wurde. Ursprünglich kamen die Blauweißen Diamanten aus der südafrikanischen Jagersfontein Mine. Nicht nur wurde der Begriff „Jager“ als Synonym für Blauweiß genommen, sondern Jager war auch die Bezeichnung für den höchsten Farbgrad eines Diamanten.

Diamant bläulich blauweiss

WO SIEHT MAN FLUORESZENZ?

In der Regel sehen Sie den Effekt von Diamant Fluoreszenz gar nicht. Das blaue Leuchten zeigt sich unter UV-Strahlung. Dazu gibt es beispielsweise eine UV-Lampe, Schwarzlicht in der Disko oder UV-Licht im Sonnenstudio. Tatsächlich enthält aber auch das Sonnenlicht etwas UV-Strahlung. Zur Bewertung von Diamanten werden standardisierte Lampen ohne UV-Strahlung eingesetzt um objektive und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

UV Licht Geld Prüfung Fluoreszenz
Solarium UV Licht Fluoreszenz2
Fluoreszenz Schwarzlicht Disco
ENGLISCH DEUTSCH   Bedeutung
None Keine Keine Fluoreszenz
Faint Schwach Unter UV Licht ist ein minimales Leuchten zu erkennen
Medium Mittel UV Licht lässt den Diamant leuchten
Strong Stark Die Reaktion des Diamanten auf langwelliges UV Licht ist deutlich sichtbar
Very Strong Sehr stark Die Reaktion des Diamanten auf langwelliges UV Licht ist sehr deutlich sichtbar

NONENONE

FAINT
FAINT

MEDIUM
MEDIUM

STRONG
STRONG.jgp

VERY STRONG
VERY STRONG

Fluoreszenz bei Diamanten

WUSSTEN SIE, DASS…

Nur maximal 35% aller Diamanten zeigen Fluoreszenz in unterschiedlicher Stärke. In den meisten Fällen hat dies keine Auswirkung auf das Erscheinungsbild. Sehr starke Fluoreszenz zeigen lediglich 0,34% aller bei AGS (American Gem Society) zur Begutachtung eingereichten Diamanten.

Diamant Fluoreszenz zeigt sich nur unter bestimmten Bedingungen: Normalerweise sieht das Auge keinen Unterschied und fluoreszierende Diamanten sehen aus wie andere Diamanten ohne Fluoreszenz. Lediglich unter UV-Einstrahlung wie beispielsweise Schwarzlicht in der Disko oder bei grellem Sonnenlicht wird die Fluoreszenz sichtbar. Manche sprechen deshalb auch von „Disko-Diamanten“.

In ca. 95% der Fälle ist Diamant Fluoreszenz blau. Tatsächlich gibt es aber auch orange, gelb, rot, weiss oder grün. Der Unterschied in der Farbe ist bedingt durch Veränderungen auf der atomaren Ebene der Kristallstruktur. Mehr im Detail dazu erfahren Sie hier.

Fluoreszenz ist bei Diamanten ein wichtiger Parameter: Sie kann den Preis wie auch das Erscheinungsbild des Diamanten beeinflussen. Darüber hinaus dient sie als weiteres Merkmal um den Stein zu beschreiben. Dies ist insbesondere hilfreich, wenn Sie zwei beinahe identische Diamanten in Größe, Qualität und Maßen vor sich haben. Fluoreszenz hilft oft bei der Unterscheidung – ein Blick unter UV-Licht reicht.

Viele Schmuck- und Diamantliebhaber sehen Fluoreszenz positiv. Die einen freuen sich über den etwas günstigeren Preis, den anderen gefällt „das gewisse Extra“ an Leuchtkraft unter UV-Licht. Nicht nur, weil Fluoreszenz selten ist, sehen viele das blaue Leuchten als etwas Besonderes.

Das größte Missverständnis bei Fluoreszenz ist die Vorstellung, dass diese den Diamanten trüb oder milchig erscheinen lässt. Wissenschaftliche Studien konnten das nicht belegen. Tatsächlich sind die allermeisten fluoreszierenden Diamanten nicht trüb. Bei Diamant Agentur fragen wir im Zweifelsfall vor dem Einkauf fluoreszierender Diamanten trotzdem nach, ob es eine Beeinträchtigung geben könnte. Wir bieten Ihnen nur die besten verfügbaren Diamanten an und filtern vorab für Sie.

Für Interessierte genau erklärt:
Veränderungen in der Kristallstruktur des Diamanten

Diamant ist ein sehr reines Mineral. Trotzdem kommen verschiedene strukturelle Defekte in der Kristallstruktur vor. Hierbei handelt es sich um Verunreinigungen durch einzelne oder mehrere Atome, vornehmlich Stickstoff, Wasserstoff oder Bor. In den meisten Fällen findet man Stickstoff- dieser ist übrigens auch für die gelbliche Färbung der Farbgrade verantwortlich. Veränderungen der Struktur durch Stickstoff können sowohl Fluoreszenz hervorrufen als auch verhindern. Wichtig hierbei ist die Anzahl an Stickstoffatomen:
i)    Eine Gruppe von zwei Stickstoffatomen, das sogenannte A Aggregat, verhindert Fluoreszenz
ii)    Eine Gruppe von drei Stickstoffatomen, das sogenannte N3 Zentrum, verursacht bläuliche Fluoreszenz
iii)    Eine Gruppe von vier Stickstoffatomen, das sogenannte B Aggregat, verhält sich neutral
iv)    Ein einzelnes Stickstoffatom wiederrum kann für gelbe Fluoreszenz verantwortlich sein
v)    Hinzu kommt eine Vielzahl von weiteren Möglichkeiten und Kombinationen aus den oben genannten Stickstoffgehalten, die sich jeweils nach Lage, Symmetrie und Beschaffenheit im Einzelfall anders auswirken können.

Mehr über Diamant Fluoreszenz lesen Sie aktuell bei GIA hier.

HÄUFIGE FRAGEN (FAQ)

Die Fluoreszenz beschreibt das Leuchten eines Diamanten unter ultraviolettem Licht. Die meisten fluoreszierenden Diamanten zeigen dabei einen bläulichen Schimmer (ca. 95%). Es gibt aber auch andere Farben.

Die Fluoreszenz wird üblicherweise in fünf Stufen angegeben: None, Faint, Medium, Strong und Very Strong. Diese Einstufung findet sich auch auf jedem Diamantzertifikat von GIA, IGI oder HRD.

Nein. Fluoreszenz hat keinen negativen Einfluss auf das Erscheinungsbild des Diamanten, das Gerücht hält sich aber im Markt und in der Branche. Interessant ist, was GIA dazu denkt. In einem Satz aus gemmologischer Sicht gilt festzuhalten: Fluoreszenz ist ein Identifikationsmerkmal – kein Qualitätsmerkmal.

Viele Käufer bevorzugen Diamanten ohne oder mit nur geringer Fluoreszenz, da sich das Gerücht über den negativen Einfluss von Fluoreszenz hartnäckig hält. Daher erzielen solche Steine, insbesondere in hohen Farbqualitäten, häufig höhere Marktpreise. Wenn der Werterhalt und Wiederverkauf wichtig sind, halten Sie sich an die vorherrschende Meinung im Markt. Wenn Sie das seltene, blaue Leuchten für besonders halten, gefällt Ihnen bestimmt unsere Schmuckkollektion „Lichtberg“ mit fluoreszierenden Diamanten.

Ja. Eine starke oder sehr starke Fluoreszenz kann bei manchen weißen Diamanten zu Preisabschlägen führen.

Ja. Nur ein Teil aller natürlichen Diamanten weist überhaupt eine sichtbare Fluoreszenz auf, und starke Fluoreszenzen sind vergleichsweise selten.

In einigen Fällen ja. Besonders bei Diamanten mit leicht gelblicher Tönung kann eine blaue Fluoreszenz den Stein optisch etwas weißer erscheinen lassen. Mehr dazu hier bei GIA.

Unter normalen Lichtverhältnissen meist nicht. Die Fluoreszenz wird in der Regel erst unter UV-Licht sichtbar.

Fluoreszenz wird im Zertifikat angegeben, weil sie zur Beschreibung und Identifikation eines Diamanten beiträgt. Sie ist kein klassisches Qualitätsmerkmal wie Farbe, Reinheit, Schliff oder Karatgewicht, sondern ein zusätzliches Merkmal, das helfen kann, einen Diamanten genauer zuzuordnen.

Für die meisten Käufer stellen None, Faint oder Medium eine sehr gute Wahl dar. Ob eine stärkere Fluoreszenz sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Diamanten und den persönlichen Vorlieben ab. Tipp: Für eine bessere Vergleichbarkeit, wählen Sie ohne Fluoreszenz.

Nein. Fluoreszenz ist eine natürliche Eigenschaft vieler Diamanten und stellt keinen Hinweis auf eine Behandlung oder Manipulation dar.

Nicht unbedingt. Jeder Diamant sollte einzeln betrachtet werden. Manche Diamanten mit starker Fluoreszenz wirken vollkommen unauffällig und bieten sogar ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ja und nein. Auch Labordiamanten können Fluoreszenz aufweisen, allerdings fast ausschließlich unter kurzwelligem UV Licht. Natürliche Diamanten fluoreszieren unter langwelligem UV-Licht.

Die Fluoreszenz wird unter kontrollierten UV-Lichtquellen untersucht und anschließend nach internationalen Standards bewertet.

Die Fluoreszenz kann Einfluss auf die Optik, die Preisgestaltung und die spätere Handelbarkeit eines Diamanten haben und sollte daher bei der Auswahl berücksichtigt werden.

 

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