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Russland ist Nr. 1 weltweit nach Volumen. Nach Wert meist auf Platz 2 oder 3, denn Botswana produziert wertvollere Steine.
Russland produziert kleine und mittlere Diamanten unter 1 ct. mit hohen Reinheiten – ideal für die Schmuckproduktion.
Russland: ca. 30–34 % der weltweiten Rohdiamantproduktion (nach Gewicht)
Jährliche Produktion: etwa 35–40 Millionen Karat Rohdiamanten. Wert der Produktion: etwa 3–4 Milliarden USD pro Jahr (je nach Marktpreis).
Der Großteil stammt von der staatlich kontrollierten Firma ALROSA.
Dokumentierte Herkunft + GIA-Prüfung
Im Zertifikat vermerkt und rückverfolgbar.
Russland gehört zu den wichtigsten Diamantproduzenten der Welt. Ein großer Teil der weltweiten Rohdiamanten stammt aus den Lagerstätten in Jakutien (Republik Sacha) im Nordosten Sibiriens. Diese Region gilt als eines der bedeutendsten Diamantgebiete der Erde.
Die meisten russischen Diamanten werden vom staatlich kontrollierten Unternehmen ALROSA gefördert.
Russland spielt im globalen Diamantenmarkt eine zentrale Rolle.
Anteil an der Weltproduktion
Russische Diamanten sind in der Branche bekannt für:
Gute Farben
Hohe Reinheit
Diamantarmband
Diamantring
Ein großer Teil der Produktion besteht aus Diamanten im Bereich:
Diese Größen sind ideal für Schmuck wie:
perfekter Schliff
„Russian Make“
Der Ausdruck „Russian Make“ beschreibt nicht die Herkunft des Rohdiamanten, sondern einen besonders präzisen Schliffstil. Maximale Brillanz und Feuer, statt maximalem Gewicht. Dieser Begriff entstand während der sowjetischen Diamantschleifindustrie ab den 1960er-Jahren. In den 1980er–2000er Jahren galt „Russian Make“ als Qualitätsmerkmal.
Aber warum war das so wichtig? Eine kleine Zeitreise:
Die GIA Schliffnote (Cut Grade) wurde erst ab 2006 vereinheitlicht eingeführt. Vorher gab es zwar Proportionen und Finish (Politur + Symmetrie), aber keine standardisierte Bewertung des Schliffs. Wie konnten Händler sich über die Güte der Verarbeitung verständigen? Die einheitliche Sprache, festgelegte Begriffe und Standards wie „Russian Make“ waren die Grundlage für fachliche Kommunikation und praktisches Verständnis.
Warum wird „Russian Make“ heute seltener erwähnt? Mehrere Entwicklungen haben den Markt verändert: GIA-Triple-Excellent. Mit den Schliffbewertungen des Gemological Institute of America wurden Proportionen standardisiert. Moderne Schleifzentren nutzen heute 3D-Scanning, KI-Optimierung und Laser statt Diamantsägen. Das ermöglicht überall präzise Schliffe.
gab es noch nicht
Es gibt keinen offiziellen Stempel – es ist ein optischer Eindruck. Typische Eigenschaften eines „Russian Make“ Präzisionsschliffs:
Das Ziel war immer maximale Brillanz und Lichtreflexion statt maximalem Gewicht. Das war lange das Gegenteil der indischen Schleifphilosophie, die mehr Gewicht erhält. Ein bedeutendes Zentrum dieser Schleiftradition war die Fabrik Kristall Smolensk. Diese Fabrik produzierte einige der am besten geschliffenen Diamanten der Welt.
Die Gründe waren vielfältig: Es gab viel staatliche Forschung für optische Präzision, frühe automatisierte Schleifmaschinen, Fokus auf Mathematik und Geometrie und wissenschaftlich optimierte Idealproportionen. Nicht zuletzt waren die Diamanten aber im Sozialismus Staatseigentum. Ob nach dem Schleifen und Polieren am Ende mehr oder weniger Karatgewicht auf der Waage lag, hat für den einzelnen Arbeiter keinen Unterschied gemacht. Eigentümer war der Staat, eine Motivation zur Maximierung von Gewinn und Nutzen war nicht gegeben.
„Russian Make“
Russische Steine waren oft perfekt rund, hatten sehr saubere Facettenkanten, spiegelglatte Politur und nur minimale Abweichungen. Das führe zu gleichmäßiger Lichtreflexion und einem ruhigen Brillanzbild.
Viele russische Schliffe lagen sehr nahe an Idealwerten. Bemerkenswert: Typische Proportionen der russischen Schleifschule von Tafel (~54–57 %), Oberteilwinkel (~34–35°), Unterteilwinkel (~40.6–40.9°) und Tiefe (~60–61.5 %) entsprechen ziemlich genau dem heutigen Triple-Excellent-Bereich von GIA.
In den letzten Jahren hat sich besonders China zu einem wichtigen Schleifzentrum entwickelt. Der Begriff „Chinese Make“ wird im Diamanthandel informell verwendet, um Diamanten zu beschreiben, die in China geschliffen wurden oder nach chinesischen Produktionsmethoden hergestellt sind. Ähnlich wie „Russian Make“ beschreibt er nicht die Herkunft des Rohdiamanten, sondern eher den Stil der Produktion und den technologischen Ansatz. Die chinesische Diamantbearbeitung ist stark technologiegetrieben.
gab es noch nicht
auf höchstem Niveau
Diese industrielle Herangehensweise ermöglicht sehr konstante Serienqualität. Gerade für die Schmuckproduktion ist eine konstante Qualität essentiell.
Der Fokus lag jedoch traditionell stärker auf Effizienz und Ausbeute. Mittlerweile sind die Fertigungsmethoden allerdings so gut, dass sie dem russischen Premium-Ansatz an Qualität nichts nachstehen.
Gerade auch durch die Bedeutung bei Labor-Diamanten, die in großer Menge in China hergestellt und verarbeitet werden, hat China sehr viel Erfharung mit hochautomatisierter Diamantbearbeitung.
Russland spielt eine zentrale Rolle im globalen Diamantmarkt:
Russische Diamantminen gehören zu den bedeutendsten der Welt. Besonders die Lagerstätten in Jakutien liefern seit Jahrzehnten große Mengen hochwertiger Rohdiamanten und machen Russland zum größten Produzenten nach Fördermenge weltweit.
Exklusiv: Hier der Blick aus dem Flugzeug auf die Mir Mine in Russland.
Besuch im Diamantbergwerk „Mir“ (russ. „Frieden) in Ostsibirien – die größte Mine in der Sowjetunion und die drittgrößte der Welt. Von 1957 bis 2001 wurde im Tagebau abgebaut, mittlerweile wird im Untertagebau gearbeitet.
Temperaturen von -50 Grad Celsius sind in Sibirien im Winter keine Seltenheit. Ein LKW benötigte gut zwei Stunden vom Grund des Tagebaus an die Oberfläche. Die Stadt selbst war nur mit dem Flugzeug zu erreichen.
Mit einem Durchmesser von etwa 1,2 km und einer Tiefe von 525 Metern ist die Mir-Mine das tiefste Minenloch in Russland. Die Reserven werden auf 141 Millionen Karat geschätzt. In den 1960er Jahren kaufte die Firma De Beers – seinerzeit Monopolist – den kompletten jährlichen russischen Export auf. Es wurde befürchtet, dass die russischen Fördermengen den Marktpreis negativ beeinflussen.
Ein klassischer Satz im Diamanthandel lautet: „Wenn der Rohdiamant wie ein perfektes kleines Oktaeder aussieht, ist die Chance hoch, dass er aus Jakutien kommt.“ Natürlich ist das keine sichere Herkunftsbestimmung – aber ein erfahrener Händler erkennt oft typische Muster.
Erfahrene Diamanthändler können manchmal schon beim Blick auf den Rohkristall vermuten, aus welcher Region ein Diamant stammt. Bei russischen Steinen liegt das vor allem an der typischen Kristallform und Oberflächenstruktur.
Mir Mine Diamanten. Copyrights Alrosa
1️⃣ Rohdiamanten können verschiedene Kristallformen haben. Russische Diamanten sind auffällig häufig gut ausgebildete Oktaeder (2 Pyramiden aufeinander).
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Kristallform |
Beschreibung |
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Oktaeder |
klassische „Diamantform“ mit 8 Flächen wie 2 Pyramiden aufeinander. Merkmale: Scharfe Kanten, symmetrische Flächen, klare Kristallgeometrie. Das deutet auf ruhige Wachstumsbedingungen im Erdmantel hin. |
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Dodekaeder |
rundere Form |
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Cuboid |
würfelförmig |
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Macle |
flache Zwillingskristalle |
2️⃣ Sehr glatte natürliche Kristallflächen
Viele Rohdiamanten aus Jakutien zeigen:
In anderen Lagerstätten häufig:
3️⃣ Typische Farbe der Rohkristalle
Viele russische Rohdiamanten sind:
Weniger häufig sind:
Das unterscheidet sie von anderen Lagerstätten in Afrika oder Australien.
4️⃣ Reinheit und Transparenz
Viele Steine überzeugen durch:
Gerade deshalb sind sie in der Diamantbranche besonders geschätzt. Aus diesen Rohsteinen lassen sich oft Diamanten in hoher Qualität schleifen.
5️⃣ Größe und Wachstum
Viele russische Rohdiamanten zeigen:
Deshalb sind sie bei Schleifern beliebt, weil sie sich gut zu präzisen Brillanten planen lassen. Insbesondere in der Schmuckverarbeitung ist das wichtig.
6️⃣ Weniger „deformierte“ Kristalle
In einigen Diamantlagerstätten wurden die Kristalle später geologisch stark belastet. Das verursacht:
Viele russische Steine sind dagegen sehr geometrisch und relativ unverformt. Das ist ein weiteres Indiz.
Russische Diamanten spielen im Weltmarkt eine zentrale Rolle: