Täuschend echt: Zusammengesetzte Perlen im Labor erkannt – Leitfaden für Käufer und Händler

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Ein aktueller Laborfall zeigt, wie raffiniert teils nachgemachte Perlen heute gestaltet sind. In einem Paar Ohrringe wurden Perlen untersucht, die sich als zusammengesetzte Materialien entpuppten: Ein natürlicher, rund anmutender Kern wurde mit einer separaten, glatten, halbkugelförmigen Außenschicht kombiniert. Zwischen beiden Zonen fanden sich Hinweise auf eine klebstoffartige Verbindung sowie Hohlräume – typische Kennzeichen sogenannter „assembled“ oder mabe-ähnlicher Perlen. Unter dem Mikroskop wirkten die Außenschalen makellos und zeigten die überlappenden Aragonitplättchen echter Perlmuttschichten; der innere Bereich verriet jedoch eine mehrlagige Struktur, die nicht zu durchgehend gewachsenen Naturperlen passt.

Zur Abklärung kamen moderne Verfahren zum Einsatz, darunter Echtzeit-Röntgenmikroradiographie zur Darstellung des Innenaufbaus sowie röntgenbasierte Analytik, die die marine Herkunft der verwendeten Kalziumkarbonat-Komponenten bestätigte. Entscheidend: Die verwendeten Bindemittel können röntgendurchlässig sein und so in einfachen Aufnahmen unauffällig bleiben – eine zusätzliche Hürde für die sichere Identifikation.

Warum zusammengesetzte Perlen so überzeugend wirken

Montiert in fertigen Schmuckstücken lassen sich zusammengesetzte Perlen mit bloßem Auge kaum von natürlich gewachsenen Exemplaren unterscheiden. Der Glanz, die gleichmäßige Oberfläche und das Spiel der Perlmuttschichten vermitteln Authentizität. Wird eine natürliche Kernstruktur als Basis genutzt, steigert das die Glaubwürdigkeit zusätzlich. Äußere Wachstumsmerkmale fehlen an den künstlich aufgesetzten Kuppeln jedoch oft, und an den Basen zeigen sich bei Demontage mitunter schichtartige Übergänge – Hinweise, die nur unter Laborbedingungen zuverlässig zu erfassen sind.

Kurzum: Visuelle Beurteilung allein genügt nicht. Ohne Demontage und instrumentelle Prüfung bleibt das Risiko einer Fehlzuordnung hoch – selbst für erfahrene Fachleute.

Konsequenzen für Käufer und Händler: So minimieren Sie Ihr Risiko

Für anspruchsvolle Privatkunden und professionelle Händler gilt: Sorgfalt und Dokumentation sind der beste Schutz.

  • Verlangen Sie belastbare Laborberichte anerkannter Institute für höherwertige Perlenstücke – insbesondere bei außergewöhnlichen Formen (z. B. Button-/Kuppel-Designs) oder ungewöhnlich attraktiven Preisangeboten.
  • Akzeptieren Sie bei Bedarf eine fachgerechte Demontage zur Prüfung. Nur so lassen sich Basen, Schichtgrenzen und eventuelle Hohlräume sicher beurteilen.
  • Achten Sie auf Konsistenz: Passen Gewicht, Größe, Oberfläche, Lüster und angebotene Qualitätsangaben stimmig zueinander?
  • Arbeiten Sie mit Partnern, die Transparenz leben: lückenlose Herkunftsangaben, klare Rücknahmebedingungen und nachvollziehbare Bewertungen.
  • Kalkulieren Sie Preisunterschiede realistisch: Natürlich gewachsene, hochqualitative Perlen erzielen deutlich höhere Preise als zusammengesetzte oder mabe-ähnliche Ware.

Wie die Diamant Agentur GmbH Sie unterstützt

Auch wenn unser Schwerpunkt auf Diamanten und hochwertigem Schmuck liegt, hat die Authentizität aller Materialien – einschließlich Perlen – für uns oberste Priorität. Unsere Diamantgutachter und gemmologischen Partner prüfen Schmuckstücke unabhängig und diskret, erläutern Befunde verständlich und organisieren bei Bedarf weiterführende Laboranalysen. Für Käufer, Verkäufer und Händler bedeutet das: Transparenz vor dem Kauf, Sicherheit beim Ankauf oder bei Beleihungen und verlässliche Entscheidungsgrundlagen.

Unser Qualitätsanspruch zeigt sich zudem in unserem Kerngeschäft: zertifizierte Diamanten aus einem direkten Pool von über 1,5 Millionen Steinen, fundierte Beratung zu Qualitäts- und Preisfaktoren sowie praxisnahe Ratgeber und Workshops zur Selbstbewertung. Dieses Wissen übertragen wir auf alle Bereiche des edlen Schmucks – damit Sie bei jedem Erwerb genau wissen, was Sie erhalten.

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