US-Zölle neu justiert: Auswirkungen auf Diamanten, Schmuck und Uhren – Chancen für Käufer und Händler

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Die USA haben sich mit China sowie Kambodscha und Malaysia auf Abkommen verständigt, die Zölle teilweise einfrieren oder senken und zugleich Ausnahmen für ausgewählte Waren in Aussicht stellen. Zentraler Punkt ist eine Reduktion eines speziellen, bislang 20% hohen Strafzolls im China-Handel, der auf 10% halbiert wurde. In der Folge sinkt die durchschnittliche Zollbelastung auf chinesische Einfuhren auf etwa 47% und damit um rund 10 Prozentpunkte. Hintergrund der Annäherung sind unter anderem chinesische Schritte, neue Exportkontrollen auf kritische Rohstoffe vorerst auszusetzen.

Mit Kambodscha und Malaysia wurden wechselseitige Zollsätze von 19% bestätigt. Zugleich sollen für bestimmte Warenkategorien – die in einer gesonderten Produktliste (Anlage III) geführt werden – Ausnahmen mit einem 0%-Satz ermöglicht werden. Welche Produkte konkret begünstigt werden, ist noch nicht veröffentlicht. Parallel dazu steht mit Thailand ein „Framework“ für ein Handelsabkommen, das ebenfalls 19% als Referenzsatz vorsieht, verbunden mit der Identifikation möglicher Befreiungen.

Relevanz für Diamanten, Schmuck und Uhren

Für unsere Branche ist die Entwicklung strategisch bedeutsam. China und Thailand zählen zu den wichtigen Standorten für die Schmuck- und Komponentenfertigung; in Thailand operieren seit Jahren große Marken mit modernen Produktionsstätten. Besonders aufmerksam zu beobachten ist die Frage, ob Diamanten und diamantbesetzte Schmuckwaren zu den Produkten zählen, die auf die Ausnahmeliste gelangen. Anlage- und Schmuckdiamanten werden dort ausdrücklich als potenziell begünstigte Warengruppe genannt – wäre eine 0%-Regelung bestätigt, könnte dies die Lieferketten in die USA spürbar entlasten.

Gleichzeitig bleibt ein 19%-Zollsatz für nicht ausgenommene Waren ein relevanter Kostenfaktor. Für US-Importeure und -Händler beeinflusst dies Kalkulation, Lagerpolitik und Preissetzung. Über internationale Preisweitergaben kann sich das Umfeld auch in Europa bemerkbar machen – etwa über Verschiebungen der Nachfrage zwischen natürlichen und synthetischen Diamanten oder über veränderte Einkaufspreise für bestimmte Fassungen und Komponenten.

Preis- und Beschaffungsfolgen: Was jetzt zu beachten ist

  • Für Händler mit US-Bezug: Prüfen Sie Ihre Warennummern (HS-Codes) gegen die angekündigten Ausnahmelisten und simulieren Sie Szenarien mit 0%, 19% oder weiterhin erhöhten Zollsätzen. Das gilt gleichermaßen für lose Steine, Halbfertigwaren und fertige Schmuckstücke.
  • Für europäische Beschaffer: Auch ohne direkte US-Exporte kann die Wettbewerbslage um bestimmte Qualitäten und Größen variieren. Ein Einkaräter mittlerer Qualität liegt derzeit bei etwa 3.000 Euro; veränderte US-Nachfrage kann sich auf Verfügbarkeiten und Preisniveaus auswirken – insbesondere bei stark nachgefragten Spezifikationen.
  • Für preisbewusste Käufer: Synthetische Diamanten bleiben eine Option mit teils deutlichem Preisvorteil. Sollten sie in Ausnahmelisten fallen, könnte sich ihr internationaler Preisabstand weiter verfestigen.
  • Rechtslage im Blick: Branchenverbände in den USA haben die Rechtmäßigkeit wechselseitiger Zölle gerichtlich angefochten. Bis zu einer endgültigen Klärung bleibt Planbarkeit wichtig – inklusive Puffer in Zeit- und Budgetkalkulationen.

Unser Service: Transparenz, Zugriff, Sicherheit

Ob Sie als Händler grenzüberschreitend disponieren oder als Privatkundin bzw. Privatkunde ein individuelles Schmuckprojekt planen – wir unterstützen Sie mit fundierter Markt- und Zollkompetenz. Über unseren direkten Zugang zur Diamantbörse stehen Ihnen mehr als 1,5 Millionen zertifizierte Diamanten zur Auswahl. Unsere Diamantgutachter beraten Sie kostenfrei und diskret zu Qualität, Preisgefügen und den praktischen Folgen der aktuellen Zollpolitik für Ihren Einkauf.

Gemeinsam identifizieren wir passende Spezifikationen, prüfen die wirtschaftlichste Beschaffungsroute und berücksichtigen potenzielle Zollbefreiungen. So erhalten Sie nicht nur das optimale Stein- oder Schmuckprofil, sondern auch größtmögliche Kostentransparenz – vom ersten Angebot bis zur finalen Übergabe.

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